Die Berufsbildende Schule hat geschlossen. Müssen Azubis in den Betrieb?

Ja, auszubildende müssen trotz der Schulschließungen in ihren Ausbildungsbetrieb.

Auszubildende haben einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen und müssen diesen auch erfüllen.

Ob die Ausbildung im Betrieb stattfinden kann, entscheidet der/die jeweilige Arbeitgeber(in). Dabei sind die Regelungen zu beachten, die derzeit auch für alle anderen Teile der Gesellschaft gelten (z.B. Beschäftigung von Risikogruppen/Menschen mit Vorerkrankungen, Kontakt mit infizierten Personen, Hygiene- und Abstandsregelungen). Ggf. ist hier auch die Einschätzung des zuständigen Gesundheitsamtes maßgeblich.

 

Wie organisieren die Schulen nun das Lernen?

Das Lernen findet nicht mehr am physischen Lernort Schule statt, sondern – in durch Lehrkräfte begleiteter Form – im häuslichen und /oder betrieblichen Umfeld. Dazu werden ein pädagogisches Angebot zur Verfügung gestellt und Feedbackstrukturen zur Rückkopplung zwischen Lehrkräften und Auszubildenden eingerichtet. Vom Berufsschultag nach Stundenplan kann ggf. abgewichen werden.

Die Lehrkräfte treten mit den Auszubildenden und ggf. Ausbildungsbetrieben beispielsweise per Mail, per Telefon, per Post und in anderer Form, die für die Auszubildenden geeignet ist, in Kontakt. Insbesondere die in den BBS bereits vielerorts etablierten Lernplattformen sollen für die Bereitstellung von Lernaufgaben und Lernmaterialien genutzt werden.

 

Müssen Azubis zur Bearbeitung der Berufsschulaufgaben freigestellt werden?

Die Vorgaben für das Lernen im häuslichen und/oder betrieblichen Umfeld ergeben sich aus dem Berufsbildungsgesetz und finden während der Schulschließungen analog Anwendung. Die Auszubildenden haben ihren schulischen Lernaufgaben nachzukommen, auch wenn die Schulgebäude geschlossen sind.

Somit findet gemäß dem Berufsbildungsgesetz regulärer Unterricht an anderem Ort statt. Aufgrund dieser Sachlage benötigen die Auszubildenden die bisherige Freistellungszeit des Präsenzunterrichtes. Es ist der Betriebsorganisation überlassen, ob die Auszubildenden an diesem Tag in einer ruhigen Ecke im Betrieb ohne Publikumsverkehr oder zuhause lernen.

 

Ist eine Beurlaubungen von der Bearbeitung schulischer Aufgaben möglich?

Momentan gibt es Betriebe, die jede helfende Hand brauchen, weil sie für die Daseinsvorsorge der Menschen wichtig sind (besonders im Einzelhandel und in medizinischen sowie Pflegeberufen). Die Betriebe können in diesem Fall bei der für sie zuständigen Berufsschule für ihre Azubis einen Antrag auf Befreiung vom Berufsschulunterricht aus wichtigen Gründen stellen. Die im Sinne der Daseinsvorsorge vorgebrachten Gründe sind von der Schule nicht als betriebliche Gründe zu werten. Der Betrieb erhält eine entsprechende Mitteilung durch die Schule.

 

Finden Betriebspraktika regulär statt?

Nein, während der Schulschließungen finden keine Betriebspraktika statt. Den Schülerinnen und Schülern entstehen dadurch keine Nachteile. Das Ministerium für Bildung arbeitet an Regelungen, wie die versäumten Praktika kompensiert werden können.

 

Finden die Zwischenprüfungen im Frühjahr statt?

Nein, die für das Frühjahr 2020 angesetzten Zwischenprüfungen für Auszubildende entfallen ersatzlos.

 

Finden die Abschlussprüfen im Sommer 2020 statt?

Ja, die IHK-Organisation plant, die schriftlichen IHK-Ausbildungsprüfungen in der Kalenderwoche 25 (15. – 19. Juni 2020) durchzuführen. Am 16. und 17. Juni 2020 finden dabei die industriell-technischen, am 18. und 19. die kaufmännischen schriftlichen Abschlussprüfungen statt. Prüfungsteilnehmer, die im Frühjahr 2020 für ihre Abschlussprüfung Teil 1 angemeldet waren, erhalten die Möglichkeit, die Prüfung im Herbst 2020 zu absolvieren. Der Prüfungszeitraum der praktischen Prüfung beginnt wie geplant am 2. Mai 2020.

Wichtig: Verbindlich sind dabei ausschließlich die von der jeweiligen IHK mitgeteilten Termine, die rechtzeitig von der IHK bekanntgegeben werden.

 

Finden die Weiterbildungsprüfungen im Sommer 2020 statt?

Ja, die regulär für Juni 2020 geplanten IHK-Weiterbildungsprüfungen finden zu diesen Terminen auch statt. Ab dem 22. Juni 2020 starten die Nachholtermine für die nicht erfolgten März-Prüfungen sowie die verschobenen Weiterbildungsprüfungen, die für April und Mai anberaumt waren. Bis Ende August 2020 werden die ausgefallenen bzw. verschobenen Prüfungen nachgeholt sein. Die genauen Termine finden Sie in Kürze auf den entsprechenden Seiten Ihrer IHK.

Hoffentlich hat sich bis dahin die Risikoeinschätzung bis zu diesem Zeitpunkt soweit verbessert, dass im Einklang mit den für die Pandemie-Bekämpfung zuständigen Behörden die Prüfungen gefahrlos für alle Teilnehmenden durchgeführt werden können. Die IHK setzen alles daran, um negative Konsequenzen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst klein zu halten.

In der Zwischenzeit können weder die jeweilige IHK, noch der DIHK oder gar die Aufgabenerstellungseinrichtung (AkA, DIHK-Bildungs-GmbH, PAL, ZFA, ZPA) genauere Details mitteilen.

Die IHKs werden im Gegenzug alle Kapazitäten dafür aufbringen, so schnell wie möglich über den neuesten Stand zu informieren. Dieser findet sich auch immer auf Webseiten: www.dihk.de und www.pfalz.ihk24.de, Nr. 4737428.

 

Dürfen Azubis in die Kurzarbeit?

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er z.B. folgende Möglichkeiten:

  • Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der IHK Pfalz unter: https://www.pfalz.ihk24.de/aus-und-weiterbildung/ausbildung/informationen-fuer-betriebe/konflikte-waehrend-der-ausbildung/kurzarbeit-in-ausbildungsbetrieben-1280068.